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Rötteln ist die drittgrößte Burgruine Badens. Im Jahre 751 taucht der Name erstmals auf, der Weiler raudinleim wird urkundlich dokumentiert. Daher leitet sich auch der Name des Herrschergeschlechtes von Rötteln ab, das um 1000 auf dem Felsen über dem Dorf mit dem Bau der späteren Burg begann.

Die Urkunde, in der die Kirche von Rötteln erstmals erwähnt wird

So könnte der erste Bau
auf dem Felsen ausgesehen haben

 

Das Geschlecht der Röttler selbst ist 938 belegt, ein Walter von Rötteln wird als Teilnehmer des ersten Turniers deutscher Ritter in Magdeburg genannt. 1103 folgt dann die erste Erwähnung aus unserer Gegend, ein Dietrich von Rötteln übernimmt die Verwaltung der Güter des Klosters St. Alban in Basel. Erst im Jahre 1259 wird dann die Burg urkundlich erwähnt, Burgherr ist Konrad von Rötteln, der Stadtgründer von Schopfheim. Sein ältester Sohn, Liuthold II, ebenfalls Bischof zu Basel, überlebt alle seine Brüder, hat selbst aber keine Nachkommen, was das Ende des Röttler Geschlechts bedeutet.Liutolds Nichte Agnes, eine Tochter seines Bruders Otto, erbt die Herrschaft Rötteln. Sie heiratet im Jahre 1298 den Markgrafen Rudolf I von Hachburg-Sausenberg. Er wird im Jahre 1311 zur Mitherrschaft über die Röttler Besitzungen herangezogen, stirbt aber bereits im Jahre 1312. Daraufhin schenkt Liutold II von Rötteln im Jahre 1315 die Herrschaft über die Burg Rötteln an den Sohn von Agnes und Rudolf, seinen Großneffen Heinrich, der zu diesem Zeitpunkt 15 Jahre alt ist. Heinrich wird damit zum Markgrafen von Hachberg-Sausenburg. Als er stirbt, übernehmen seine Brüder Rudolf II und Otto II gemeinsam die Regierung von Rötteln und Sausenburg. Mit den neuen Besitzern beginnt eine rege Bautätigkeit, die Burg wird erweitert und ausgebaut. Ebenfalls in die Regierungszeit von Rudolf und Otto fällt das große Erdbeben von Basel am 18.10.1356. In Rötteln werden Kirche und Burg schwer beschädigt. Die Markgrafen lassen sofort die Schäden beheben und den Ausbau der Burg fortsetzen.

Einer der bedeutenden Herren von Rötteln ist ab 1368 Markgraf Rudolf III, mit vollem Namen Markgraf von Hochberg, Herr zu Rötteln und zu Sausenburg. Er wird kurz Markgraf Rudolf von Rötteln genannt und ist der 1343 geborene Sohn Rudolf II. Rudolf III richtet 1428 eine Stiftung ein, aus der eine Schule für Theologen wird. Sein Sohn Markgraf Wilhelm von Hochberg erbt die Herrschaft über Rötteln und Sausenburg im Alter von 22 Jahren. Er widmet sich besonders der Erweiterung der Sausenburg und ist nur selten in Rötteln. 1441 verzichtet er - hoch verschuldet - zugunsten seiner Söhne auf die Herrschaft Rötteln. Einer dieser Söhne, Rudolf IV, erhält zu den Besitzen Rötteln und Hachberg-Sausenberg die Herrschaft Badenweiler und Neuenburg durch Schenkung und Erbe dazu und erweitert so den Besitz der Markgrafen. Diese Besitzungen der Markgrafen bilden heute das Markgräflerland.Von 1618 bis 1648 tobt in Mitteleuropa der Dreißigjährige Krieg. Von 1627 an halten abwechselnd kaiserliche und schwedische Truppen die Burg in ihrem Besitz.


Obwohl die Burg 1648 deutliche Spuren des Kriegs aufweist, beschließt 1654 der damalige Burgherr, Markgraf Friedrich VI, sie wieder herrichten zu lassen. Er möchte von Rötteln aus seine Verwaltung organisieren. Aber kaum ist die Burg einigermaßen wieder hergestellt, da greift 1678 ein Krieg aus Frankreich auf das Markgräflerland über. Dieser Krieg bringt das Ende der Burg. Zunächst können sich die Truppen auf Rötteln gegen den Ansturm der Franzosen erwehren, im Juni 1678 aber ergibt sich Rötteln den Franzosen unter Marschall Crequi. In der Nacht vom 29. zum 30. Juni 1678 brennt die Burg ab.
1689 wird das Zerstörungswerk an der Burg fortgesetzt, im Zuge des Krieges der Pfalz gegen Frankreich (1688 - 1697) wird die Bastion auf dem Kapf auf Befehl des französischen Kommandanten von Hüningen, Puycieulx, abgetragen und die Steine zum Straßenbau verwendet.

 

Bis ins Jahr 1840 geschieht nichts in Rötteln. Nur manchmal holt sich die Bevölkerung der umliegenden Ortschaften Steine für den Hausbau aus der Ruine. Im Jahre 1840 wird die Ruine zugänglich gemacht und erste Versuche zur Erhaltung unternommen.

Im Jahre 1925 wird der Röttelnbund in Haagen gegründet, dessen Zweck darin besteht "die Burgruine vor dem baulichen Verfall zu bewahren und als Kulturgut für die Allgemeinheit zu erhalten... (Aus der Satzung des Röttelnbundes).
Heute ist die Burg nicht nur Ausflugsziel mit einer reizvollen Burgschenke sondern auch Heimat der Burgfestspiele Rötteln. Seit 1968 finden jeden Sommer auf der Freilichtbühne die Aufführung der Spielgemeinschaft statt.

Einen ausführlichen Text zur Geschichte der Burg können Sie als pdf-Datei (Adobe Acrobat Reader) herunterladen.

 

Unterrichtsmaterial zur Burg Rötteln

Lernkarten - ein Freiarbeitsmaterial - zur Burg - wie mit den Lernkarten gearbeitet wird, erkläre ich auf der Seite "Material und Spiele"

 

Links

Homepage der Burg

Rötteln auf der Homepage Staatliche Schlösser und Gärten

Die Burg Rötteln auf Wikipedia

Die Burg Rötteln (Rotwasserstelz) bei Hohentengen auf Wikipedia